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Niederländischer Generalkonsul stattet Euregio Rhein-Waal Arbeitsbesuch ab

KLEVE. Am Montag, den 30. Januar stattete der niederländische Generalkonsul Ton Lansink der Euregio Rhein-Waal einen Arbeitsbesuch ab. Zuerst war der Generalkonsul zu Gast bei der Hochschule Rhein-Waal, danach reiste er weiter zu der Feuerwache in Millingen aan de Rijn. Euregio-Geschäftsführer Sjaak Kamps zeigte sich erfreut über das Interesse des Generalkonsuls: „Es ist ein Zeichen der Wertschätzung für die Arbeit und den Einsatz all derjenigen, die die euregionale Kooperation in der Praxis leben“.

Nach einer kurzen Begrüßung durch die Präsidentin der Hochschule Rhein-Waal, Dr. Heide Naderer, erläuterten Prof. Dr. Hegemann und Dr. Mosler das INTERREG-Projekt Krake (Krachtige Kernen. Starke Dörfer). Mit dem Projekt Krake haben es sich die Hochschule Rhein-Waal, die Fachhochschule Münster und Leadpartner Hogeschool van Arnhem und Nijmegen zum Ziel gesetzt, die Lebensqualität im ländlichen Raum zu verbessern. Dazu wird die Bevölkerung der 40 Pilot-Dörfer aufgerufen, sich aktiv zu beteiligen. Der Generalkonsul schätzte vor allem die Beteiligung der Kinder. Über 400 Kinder sind gefragt worden, welche Wünsche sie hätten. Viele Wünsche, wie ein Spielplatz oder Treffpunk, lassen sich relativ einfach umsetzen, zeigen sich die Mitarbeiter von Krake überzeugt. Prof. Dr. Wichern und Bastian Hoffmann erläuterten anschließend das Projekt Spectors. Auch dieses Projekt wird im Rahmen von INTERREG gefördert. Ein wichtiger niederländischer Partner der Hochschule ist in diesem Projekt die Wageningen Universiteit. Im Rahmen von Spectors werden neue Anwendungen für Drohnen entwickelt. Hier zeigte sich der Generalkonsul vor allem an den juristischen Unterschieden interessiert. Denn in den Niederlanden gelten andere, zum Teil auch strengere Vorschriften für das Fliegen mit Drohnen, was den Einsatz über die Grenze hinweg erschwert.

Mit gesetzlichen Fragen müssen sich auch die Feuerwehren von Rindern und Millingen auseinandersetzen. Für die beiden Feuerwehren ist es unverständlich, dass es immer noch keinen gesetzlichen Rahmen gibt, der es ermöglicht, auch über die Grenze aktiv zu sein. Beide Feuerwehren versuchen jetzt im Rahmen des INTERREG-Projektes eine offizielle Kooperationsvereinbarung zu entwickeln, die wenigstens lokal eine Lösung für die unterschiedlichen Gesetzgebungen bieten soll. Die Feuerwehrstandorte Millingen aan de Rijn und Rindern unterhalten seit ca. 44 Jahren eine Partnerschaft, die im Rahmen der Möglichkeiten, die sich bislang boten, gepflegt wurde. Zunehmende Herausforderungen an die Führungskräfte und die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren beidseits der Grenze, stellen die Feuerwehren vor Probleme. Einige Stichworte sind in diesem Zusammenhang: gestiegene Anforderungen und Pflichten an die Führungskräfte, Dokumentationspflichten, sowie immer weniger Personalressourcen. „Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Kleve – Löschzug Rindern und die Brandweer Millingen aan de Rijn sind überzeugt davon, dass die Lösung dieser Probleme gemeinsam besser und effektiver bewältigt und gestaltet werden kann, als jeder für sich im nationalen Interesse“, so Peter Heijmen und Stefan Welberts.

Konsul-General Ton Lansink schaut sich die deutsch-niederländische Kupplungstücke für die Feuerwehrschläuche an. (Foto: Euregio Rhein-Waal)
Konsul-General Ton Lansink schaut sich die deutsch-niederländische Kupplungstücke für die Feuerwehrschläuche an. (Foto: Euregio Rhein-Waal)

Generalkonsul Ton Lansink zeigte sich beeindruckt von der Vielfalt der grenzüberschreitenden Projekte, die in der Euregio Rhein-Waal stattfinden: „Ohne den Einsatz der Menschen, die tagtäglich grenzüberschreitend zusammenarbeiten, würden wir immer noch mit den Rücken zueinander leben. Die sehr unterschiedlichen Projekte zeigen, wie viel Potenzial diese Grenzregion hat. Beiderseits der Grenze profitiert man von der Kooperation zwischen Ehrenamtlichen, Jugendlichen, Universitäten und Wirtschaft“.

Text & Fotos: Euregio Rhein-Waal